CMD Craniomandibuläre/ Cranio-Fasziale Dysfunktionen und Symptomatiken Neu im Programm
Zielgruppe: Physiotherapeuten, Mediziner, Heilpraktiker, Logopäden, Ergotherapeuten, Zahnärzte, Zahn-Techniker, Kieferorthopäden, Fachärzte (HNO, Neurologie), Cranio-sacral-Therapeuten.
Kurszeiten: 09.00 - 17.00 Uhr (3. Teil 1. Tag von 14.00 - 19.00 Uhr)
Inhalt:
Der Kiefergelenk-Komplex oder der Kauapparat ist eine große Herausforderung für Physiotherapeuten.
Bislang waren Kiefer- und Kopfsymptomatiken nicht Teil des Lehrplans der Berufsfachschulen für Physiotherapie. Trotzdem und somit ohne Vorkenntnisse, ein Bestandteil der Weiterbildungsrichtlinien für Manuelle Therapie (Untersuchung und Behandlung des Kiefergelenks / Temporomandibulargelenks TMG). Seit Juli 2017 ist die CMD Diagnose jedoch im Heilkatalog für die Physiotherapie aufgenommen. Weitere Informationen erhalten Sie hier https://www.quintessenz-news.de/cmd-screening-vor-derverordnung-von-physiotherapie/
Die Craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) ist der Überbegriff für Beschwerden im Kieferbereich und für die daran beteiligten Nerven, Muskeln und Knochen. Ursachen und Folgen erkennen, umfassend befunden und gezielt, angebracht behandeln im Rahmen eines multidimensionalen und multidisziplinären Behandlungsplans ist ebenso anspruchsvoll wie erfüllend für den Therapeuten.
Essentielle Unterschiede mit sonstigen Gelenkkomplexen unseres Bewegungsapparats, als auch Fehlinterpretationen, widersprüchliche wissenschaftliche Erkenntnisse führen nicht selten zum Frust beim Patienten und Therapeuten.
Zum Beispiel spielen die Zähne eine wichtige Rolle beim Funktionieren des Kiefergelenks und Zahnstörfaktoren können schnell zu muskulären Problemen führen. Zahnärzte bzw. Kieferorthopäden sind demnach die üblichen Ansprechpartner der Physiotherapeut/innen. Auch die obere Halswirbelsäule kann Ursache von Beschwerden im Gesichts- und Kieferbereich sein.
Zudem kann innere Anspannung eine ursächliche Rolle für Muskelschmerzen sein.
(Dis)Stress ist zunehmend ein ständiger Begleiter in unserer Gesellschaft. Anhaltender Druck,
Ängste und Sorgen können zu Muskelverspannungen im Rücken, Nacken-Schulter- und Kieferbereich führen. Redewendungen, wie »Zähne zusammenbeißen und durch …«, »sich durchbeißen«, »Probleme durchkauen«, oder »… viel schlucken im Leben«, kommen nicht von ungefähr. Die leidtragenden Kaumuskeln sind die stärksten Muskeln unseres Körpers. Zur Stressverarbeitung können diese Muskeln im Schlaf extrem arbeiten (knirschen und pressen). Sowohl die Kiefergelenke, als auch die Halswirbelsäulenmuskeln leiden darunter.
Für Therapeuten:
Die Kiefer-Spezial-Weiterbildung bietet Ihnen eine professionelle Förderung interdisziplinärer Kooperation beim Management von Kopf- und Gesichtsschmerzen.
Kursaufbau:
Teil 1: Arthrogen (2 Tage)
Intra- und peri-artikuläre temporomandibuläre Gelenkproblematik
Funktionelle und (Neuro-)Anatomie, Arthrokinematik und deren klinischen Konsequenzen, Epidemiologie, Ätiologie (intra- und periartikulärer) Cranio-Mandibulärer Pathologien und Syndrome, Pathomechanik, Radiologie und zahnärztliche Nomenklatur, Bewertung der Literatur
Anamnese, Funktionsuntersuchung des Kausystems und der oberen Halswirbelsäule nach Richtlinien der IFOMPT, physiotherapeutisches Management im Rahmen der primären und der Gesamtbehandlung, z.B. mit Schienen.
Teil 2: Myogen (2 Tage)
Extra-artikuläre craniofaziale Dysfunktionen und Symptomatik, strukturell betrachten Fortsetzung der subjektiven (Kopfschmerzkategorien der IHS) und funktionellen Befundung des Kauorgans (Variationen der Meerseman Testprozedur) und des Managements mit Betonung der extra-artikulären muskulären und nervalen Dysfunktionen, inkl. Sicherheitstests der oberen Halswirbelsäule und Beschwerden mit passiven Techniken (inkl. Triggerpunkt und myofasziale Behandlung), aktives Training (Myofunktionelles Training) und sonstige Maßnahmen, z.B. Elektrotherapie oder funktionelles elastisches Taping.
Patientendemonstration, Gesamtbehandlungsplanung
Teil 3 (N) ‒ Neurophysiologisches Modul (2,5 Tage):
Analyse und des Managements craniofazialer Symptomatik nach neurophysiologischen Gesichtspunkten
Zentrale Verarbeitungsproblematik bei oder ohne Hirnnerv-Aktivierung, limbisches Komplex emotionales motorisches System in Theorie und Praxis, inkl. Bewusstseins- und Stressmodellübungen, autogenes Training, progressive Muskelentspannung, Meditation und Tiefenentspannung, Biofeedback (Herzratenvariabilität HRV), Craniosacrale Techniken.
Schriftliche Lernzielüberprüfung.
Die Inhalte entsprechen allen gängigen, aktuellen Paradigmen und wissenschaftlichen Erkenntnissen (WHO, WCPT, IFOMPT, IHS,)
Basisliteratur:
Kiefer, Kopf und Gesicht: Das große Selbsthilfe-Buch. 2023 Langendoen-Sertel & Berkmiller, Hengeveld & Banks Kapitel 3 Craniomandibular Conditions / Kraniomandibuläre Dysfunktion in Maitland's Peripheral Manipulation, 5. Ed, Elsevier, Edinburgh 2013. Die Deutsche Übersetzung 2015 beim Verlag Urban & Fischer.
Kostenlose Serviceleistungen
Skript (erhalten Sie in digitaler Form) und Pausengetränke
Kurszeiten
- Teil 1: 01.05.202709:00 Uhr 02.05.202717:00 Uhr
- Teil 2: 03.07.202709:00 Uhr 04.07.202717:00 Uhr
- Teil 3: 01.10.202714:00 Uhr 03.10.202716:00 Uhr
